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THW-Bundesvereinigung: Spezialseminar 2016

„Berlin – Stadt der Technik“

 

 Foto Jeanette Rouquette

Es war etwas ganz Neues, worauf sich die THW-Bundesvereinigung im Rahmen ihrer bewährten Berlin-Seminare in diesem Jahr eingelassen hat. Und – um es vorweg zu nehmen – es hat sich gelohnt.

„Berlin – Stadt der Technik“, so lautete der Titel des Berlin-Seminars, das erstmalig in dieser Form angeboten wurde. Erschienen die bisherigen Seminare auf den ersten Blick doch eher „geschichtslastig“, sollte es dieses Mal ein Ausflug ins Reich der Technik werden.  

Zur Einstimmung gleich „Der große Aufbruch – Berlin wird Industriestadt“, ein Referat, das die Teilnehmerschaft, die sich wie stets aus THW-Helfern nebst Angehörigen aus dem ganzen Land zusammensetze, in ebenso unterhaltsamer wie informativer Weise über die Entwicklung Berlins von einer mittelalterlichen Siedlung hin zur Industriemetropole informierte.

Mit diesem Grundstock an Wissen ging es am Nachmittag raus auf die erste Exkursion. Mit dem Besuch des Naturparks Südgelände und dem Rundgang durch Oberschöneweide erlebten die, technisch ja durchaus vorbelasteten, Seminarteilnehmer und –innen erste Relikte der Berliner Industriegeschichte. Das ehemalige Bahnbetriebsgelände und die ehemaligen Fabrikhallen erinnerten an Industrie-Pioniere wie Borsig, Siemens und Rathenau.

Am Dienstag standen Berlin und seine Industrie vor, während und nach den beiden Weltkriegen auf dem Programm. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Berlin endgültig den Sprung zur Industriestadt geschafft. Und damit eine Position erlangt, die die Stadt zum Zentrum des technischen Fortschritts in Deutschland machte. Wie sich das im Bereich der Kommunikationstechnik anfühlte, davon konnten sich die THW’ler nachmittags im Kommunikationsmuseum ein Bild machen. Insbesondere die „vergessene“ Technik, etwa die Klappenschränke oder die städtische Rohrpost, beeindruckten.

Traditionell folgte der abendliche Besuch im Informationszentrum des THW-Landesverbandes Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt .Nach einer kurzen Begrüßung durch den Landesbeauftragten Manfred Metzger und den Leiter des Informationszentrums, Dr. Gernot Wittling, präsentierten Anja Villwock und Beate Handrick vom THW-Einsatznachsorge Team (ENT) des Landesverbandes sehr interessante Einblicke in ihre Arbeit.

Am Mittwoch folgte der Blick in die jüngere Technik-Geschichte. Etwa mit Informationen über den Niedergang der Berliner Industrie nach Ende des zweiten Weltkrieges 1945. Den unmittelbar praktischen Bezug konnten dann alle am Nachmittag erleben. Der Besuch des Technik-Museums war sicher für viele Teilnehmer ein Höhepunkt des Seminars. Allem voran stieß der wohl erste funktionstüchtige, vollautomatische und frei programmierbare Computer der Welt auf großes Interesse. Konrad Zuse hatte dieses Meisterwerk im Jahre 1941 in Berlin entworfen und gebaut.

Am Donnerstag dann ein Exkurs in die Berliner Baugeschichte. Völlig neu für viele THW’ler, und wohl auch nicht minder ungewöhnlich, war die Gruppenarbeit zum Entwurf einer informellen Siedlung. Ab vom Thema „Technik“ galt es eine Zelt- oder Hütten-Siedlung zu planen, wie sie in Berlin an einigen Stellen zu finden ist. Eine nachmittägliche Exkursion führte schließlich zu einigen markanten Punkten der Stadt.

Die Verbindung von Stadtentwicklung und technischem Fortschritt war schließlich Thema des Abschlussreferats am letzten Seminartag. Berlin auf dem Weg zur „smart city“ – ein Blick in die Zukunft, der den Bezug zum Thema „Technik“ wieder herstellte.

Am Ende war es dann doch ein Technik- Seminar mit reichlich historischen Bezügen – aber das sollte wohl so sein. Der Versuch, etwas ganz Neues zu bieten, hat sich gelohnt. Das Technik-Seminar, das die THW-BV im Rahmen der beliebten „Berlin-Seminare“ erstmalig organisiert hat, war sicher für alle ein Erlebnis, das noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Text Rolf Markert, THW Bad Honnef

Dampflokomotive auf dem Südgelände, Foto Sabine Rödiger

Im Technikmuseum, Foto Sabine Rödiger

Im Informationszentrum des THW-Landesverbandes Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Foto Stefanie Treutler